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Japanische Enzephalitis
Überblick
Japanische Enzephalitis (JE) ist eine Viruserkrankung, die im asiatisch-pazifischen Raum verbreitet ist und durch Stechmücken der Gattung Culex übertragen wird. Die meisten Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, haben keine oder nur milde Symptome. In seltenen Fällen verläuft die Infektion jedoch schwer bis sogar tödlich. Die WHO schätzt, dass in den Verbreitungsländern in der asiatisch-pazifischen Region jedes Jahr bis zu 100.000 Menschen mit Japanischer Enzephalitis in Kliniken behandelt werden müssen.
Das Infektionsrisiko in den Subtropen ist während der Regenzeit am höchsten, in den Tropen ist das Risiko ganzjährig gleich hoch. Reisende erkranken am ehesten bei Aufenthalten in Gebieten mit Wasser, beispielsweise in der Nähe von Reisfeldern. Dort halten sich vermehrt Mücken und Wasservögel auf, in denen das Virus natürlicherweise vorkommt.
Diagnose und Behandlung
Etwa 99 % der Infektionen mit dem Japanischen Enzephalitis-Virus verursachen keine oder nur milde, grippeähnliche Symptome. Selten kommt es zu schweren und mitunter tödlichen Verläufen mit einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnentzündung (Enzephalitis). Bei einem schweren Krankheitsverlauf mit Enzephalitis versterben etwa 30 % der Erkrankten. Viele Überlebende, etwa 30 bis 50 %, behalten dauerhafte psychiatrisch-neurologische Schäden zurück, etwa motorische, kognitive und sprachliche Defizite oder wiederkehrende Krampfanfälle.
Besteht der Verdacht auf Japanische Enzephalitis, erfolgt die Diagnose durch den Nachweis von Antikörpern in Blut oder Rückenmarkflüssigkeit. Eine spezifische Therapie, die das Virus selbst bekämpft, existiert nicht. Bei schweren Verläufen behandeln Ärztinnen und Ärzte unterstützend: Das Ziel ist, Komplikationen zu verhindern, die Funktionen des Gehirns bestmöglich zu schützen und Beschwerden zu lindern.
Der wichtigste Schutz vor Japanischer Enzephalitis besteht in sorgfältigem Mückenschutz, und – je nach Reiseziel und Reisedauer – der Impfung gegen das Virus. In Deutschland ist der Totimpfstoff IXIARO zur Prävention von Japanischer Enzephalitis zugelassen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt Menschen, die während der Übertragungszeit in Verbreitungsgebiete reisen, die Impfung, insbesondere bei Langzeitaufenthalten von mehr als 4 Wochen, bei wiederholten Kurzzeitaufenthalten oder bei Aufenthalten in der Nähe von Reisfeldern und Schweinezuchtbetrieben.
Ausblick
Das Risiko, sich auf Reisen mit Japanischer Enzephalitis zu infizieren und einen schweren Verlauf zu erleiden, ist für den einzelnen Reisenden vergleichsweise gering. Das Risiko hängt von verschiedenen Faktoren ab: Aufenthaltsdauer, besuchte Region, Unterbringung, Alter und Vorerkrankungen. Anhand dieser Faktoren sollten Reisende gemeinsam mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen, ob die Impfung sinnvoll ist. Grundsätzlich ist bei Reisen in tropische und subtropische Regionen sorgfältiger Mückenschutz sehr wichtig. Denn dort übertragen Mücken oft auch noch andere Erkrankungen wie etwa Dengue- oder Chikungunya-Fieber.
Literatur:
- Jassoy C. Japanisches Enzephalitis-Virus (JEV). In: Jassoy C, Schwarzkopf A, ed. Hygiene, Infektiologie, Mikrobiologie. 4. aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2024
- Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 27/2026. Im Internet: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2026/27_26.pdf?__blob=publicationFile&v=4 Stand 04.08.2026
- Robert Koch-Institut. Schutzimpfung gegen Japanische Enzephalitis: Häufig gestellte Fragen und Antworten. Im Internet: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/JapanEnzephalitis/FAQ-Liste_JapanEnzephalitis_Impfen.html#entry_16870924 Stand 04.08.2026
- World Health Organization WHO. Japanese encephalitis. Newsroom Aug 2024. Im Internet: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/japanese-encephalitis Stand 04.08.2026
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