Hiermit bestätige ich, dass ich einen medizinischen oder pharmazeutischen Beruf ausübe [Ärzt*in, Apotheker*in, Pharmazeutisch-technische*r Assistent*in (PTA), Medizinische*r Fachangestellte*r (MFA)].
BadgesStudien
Japanische Enzephalitis bei Reisenden ist selten, jedoch relevant
Autor*in Studienreferat
Dr. Maddalena Angela Di Lellis, Tübingen
Originalpublikation
Ostlund MR et al. Japanese encephalitis in a swedish tourist after travelling to Java and Bali. Scand J Infect Dis 2004; 36:512-3
Fazit
Der finnische Patient war 60 Jahre alt und wurde nach seiner Rückkehr von einer 14-tägigen Reise nach Thailand ins Krankenhaus eingewiesen. Während seines Urlaubs schlief der Patient in Hotelzimmern und verwendete keine Insektenschutzmittel. Der Patient erkrankte in der 2. Woche der Reise, 2 Tage vor seiner Rückkehr nach Finnland. Er zeigte Krankheitssymptome wie Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Bei der Aufnahme war der Patient bei Bewusstsein und febril, ohne weitere Anzeichen oder Symptome einer Infektion des Zentralnervensystems, abgesehen von Kopfschmerzen. Der CRP-Spiegel und die Gesamtleukozytenzahl waren zunächst im Normbereich. 2 Tage später verschlechterte sich der Zustand des Patienten; er wurde schläfrig und entwickelte Fieber. Eine Lumbalpunktion ergab im Liquor eine erhöhte Leukozytenzahl, eine erhöhte Proteinkonzentration und einen Glukosewert im Normbereich. Die Ärzte diagnostizierten bei dem Patienten eine Enzephalitis, die sie vorbeugend mit Aciclovir, Ceftriaxon, Doxycyclin und Ampicillin behandelten, woraufhin sich der Zustand des Patienten stabilisierte. Die Mediziner testeten per Immunfluoreszenztest im Liquor und im Serum positiv für Anti-JEV-IgG- und -IgM-Antikörper. Während der Genesungsphase war der Patient steif und desorientiert. Bei der Entlassung nach 14 Tagen konnte er mit Unterstützung gehen, war bei klarem Verstand, litt jedoch unter einer erheblichen Gedächtnisbeeinträchtigung. Bei der Nachuntersuchung 3 Monate nach der akuten Erkrankung hatte sich der Zustand des Patienten weiter verbessert. Es lagen keine motorischen Ausfälle vor, jedoch litt er im Vergleich zum Zustand vor der Erkrankung weiterhin unter einer leichten kognitiven Beeinträchtigung. Nach einem Hirninfarkt und einer Rehabilitation hat er sich sowohl von der JE als auch vom zerebralen Infarkt bemerkenswert erholt, sodass sein neurologischer sowie kognitiver Status mit dem Zustand vor der JEV-Enzephalitis vergleichbar war.